Meine 10 persönlichen Tipps & Tricks für euer Fondant-Törtchen

Hallo ihr Sweethearts,

ich zeige hier ja immer wieder gerne meine Torten und freue mich immer riesig, wenn ich eure Fragen dazu beantworten kann.
Auch von von Seiten meiner Blogger-Kolleginnen und -Kollegen gibt es immer wieder Fragen zu diesem Thema. Deshalb habe ich Anfang des Monats gemeinsam mit der lieben Mareike von Zuckerschnee beim Foodbloggercamp in Reutlingen eine Session zum Thema „Törtchen mit Fondant eindecken“ gegeben.

Schon in der Vorbereitung zeigte sich: „richtige“ Arbeitsmethoden gibt’s so viele wie es (Hobby-)Bäcker gibt und mit allen kommt man mehr oder weniger zum Ziel.
Da ich aber auf unser Handout sehr viel positive Rückmeldung bekommen habe, dachte ich, könnte ich es vielleicht auch mit euch teilen!
Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen…

10 Tipps & Tricks für Fondant

1. Einer für alle?

Die perfekte Torte beginnt schon beim Einkaufen. Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Marzipanqualitäten – fest, weich, farbig, weiß. Abgesehen davon, dass die Qualität eines 0,99€-Fondants aus dem Supermarkt etwas zweifelhaft ist, kommt es vor allem darauf an, womit du am besten umgehen kannst. Also probiere zu Beginn möglichst viele verschiedene Fondants, um den Besten für dich zu finden.

Je nach Verwendungszweck gibt es auch verschiedene Arten von Fondant:
Das meiste ist normaler Rollfondant. Dieser wird zum Eindecken, Ausstechen und andere einfache Formen genutzt.
Blütenpaste lässt sich sehr dünn ausrollen und härtet ordentlich aus. Daraus stellt man Blüten und sehr feine Dekorationen her.
Modellierfondant ist eine Mischung aus Blütenpaste und Rollfandt. Er lässt sich sehr lange verformen, sobald man ihn aber ruhen lässt, trocknet er sehr schnell. Dieser Fondant eignet sich deswegen sehr gut für Figuren.

2. Gut Lagerung ist alles

Fondant sollte immer luftdicht, lichtgeschützt und gekühlt gelagert werden.
Vor allem luftdicht ist wichtig, um zu verhindern, dass der Fondant austrocknet. DAs Austrocknen geht leider auch wirklich sehr schnell. Deswegen gilt auch während der direkten Verarbeitung: der Fondant, der aktuell nicht benötigt wird, sollte in Frischhaltefolie oder einem Zipperbeutel aufbewahrt werden.

3. Auf die Basis kommt es an

Um am Ende eine schöne Torte zu zaubern, muss man schon am Anfang alles richtig machen. Es empfehlen sich stabile Teige (ein zu luftiger Biskuit kann das Gewicht des Fondants eventuell nicht tragen) und fondantstabile Cremes. Fondantstabile Cremes haben einen niedrigen Wassergehalt, z.B. Amerikanische Buttercreme.
Außerdem ist es wichtig, dass die Torte möglichst schon von Haus aus gerade ist. Dafür nutzt man am besten die Isoliermethode. Die Form wird mit einem Ring aus Alufolie, in die nasse Küchentücher gelegt wurden, isoliert, um ein ungleichmäßiges Hochbacken zu verhindern.
Bevor es mit dem Dekorieren losgeht, wird die Torte mit Buttercreme oder Ganche eingestrichen. So werden Krümmel gebunden und die Oberfläche geglättet. Dies ist notwendig, um eine glatte Fondantdecke zu erhalten.

4. Nicht nur der Kuchen muss vorbereitet sein…

Um – vor allem in hellen Fondants – dunkle Fusseln zu vermeiden, empfehlen sich helle Shirts zum Arbeiten. Wascht euch die Hände ordentlich und trocknet sie am besten mit einem Küchenpapier ab.
Wischt auch eure Arbeitsfläche noch einmal grünlich ab.
Fettet eure Hände eventuell mit etwas Fett ein und legt los.
Um ein Ankleben des Fondants auf der Arbeitsfläche zu verhindern, könnt ihr dort ganz dünn etwas Stärke verteilen.

Stärke, Rollholz, Glätter, Fondant, Motivtorten

5. Colour your world

Die meisten hochwertigen Fondants gibt es vor allem in Weiß. Weiß geht ja auch schließlich immer.
Aber weiß ist eben nicht immer das, was man haben will.
Um Fondant zu färben, benutzt man hochpigmentiere Lebensmittelpasten oder Farbpulver. Sie färben kräftig ohne den Fondant aufzuweichen.
Lebensmittelfarben aus dem Supermarkt eignen sich zum Färben von Fondant nicht, da sie sehr viel Wasser und sehr wenig Farbepigmente enthalten. Dadurch wird der Fondant klebrig, aber nicht farbig.
Sehr intensive Farben wie Schwarz oder Rot kauft man am besten vorgefärbt, da man diese Farbtöne nur sehr schwer selber färben kann.

Pulverfarbe, Lebensmittelfarbe, Gelfarbe, Lebensmittelstifte, Fondant, Motivtorten

6. Ausrollen – Aber richtig!

Bevor man Fondant ausrollen kann, muss man ihn weich kneten. Dadurch wird er geschmeidig und lässt sich perfekt verarbeiten.
Die Grundausgangsform ist immer eine Kugel. Diese legt ihr auf eine leicht mit stärke benetzte, glatte Oberfläche und fangt an, die Kugel auszurollen. Dabei ist es wichtig, immer nur in eine Richtung auszurollen, da sich sonst Luftblasen bilden. Die Teigplatte während des Ausrollens immer mal wieder anheben und um 45°drehen. Dadurch wird die Fondantdecke an allen Stellen gleichmäßig dick.
Eine empfohlene Dicke für eine Fondantdecke ist ca. 0,3-0,4mm dick. Anfänger rollen ihre Fondantdecke eventuell lieber etwas zu dick als etwas zu dünn aus 😉

7. Eindecken – Streicheleinheiten für deine Torte

Dann geht’s los. Du gehst mit beiden Händen vorsichtig unter deine Fondantdecke und hebst sie mittig über deine Torte. Jetzt einfach sanft anlegen und dann geht’s an die Streicheleinheiten für deine Torte.
Zuerst streichst du mit der glatten Hand (oder besser noch einem Glätter) die Oberfläche der Torte glatt. Dann geht es an die obere Kante. Drücke den Fondant vorsichtig über die Kante ohne dabei die Torte einzudrücken.
Zum Schluss kommen die Seiten. Dabei hebst du die Decke immer wieder ein Stück an und drückst sie dann mit der flachen Hand sauber an. NIEMALS an der Decke ziehen oder reißen. Sie geht davon kaputt und die Torte wird unansehnlich.
Wenn die Torte überall sauber anliegt, glättest du sie noch mal und entfernst dann den überschüssigen Fondant an der unteren Kante.

8. Ein sauberer Abschluss muss sein

Wenn man den überschüssigen Fondant am unteren Rand entfernt hat, sieht dieser in 99,5% nicht mehr unbedingt wunderschön und ebenmäßig aus. Deswegen gehört an jede Torte ein Abschluss, der dies versteckt.
Bei der Wahl des Abschlusses sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Egal, ob kleine Blüten, Perlen oder ein einfaches Band – erlaubt ist, was gefällt.

9. Dekorieren – Spaß ohne Grenzen

Ist die Torte eingedeckt, geht es an den kreativen Teil: die Dekoration.
Eine 4-stöckige Hochzeitstorte mit naturgetreuen Rosenbouquet und selbstmodelliertem Brautpaar oben drauf, wird wohl beim ersten Mal nicht drin sein, aber auch mit einfachen Formen lässt sich eine tolle Torte kreieren.
Der Markt bietet eine riesige Menge an Moulds und Ausstecher, die euch hier die Arbeit erleichtern. Aber auch einfache Ribbonroses oder Schleifchen lassen sich auch als Anfänger ohne teures Zubehör einfach herstellen.
Youtube, verschiedene Blogs und Bücher bieten euch hier schnelle und oft auch sehr kostengünstige Hilfestellungen.
Für Figuren – vor allem Menschen – gilt wie für alles im Leben: Übung macht den Meister.
Wichtig ist dabei, dass ihr das Gesamtbild nicht aus den Augen verliert und immer mal wieder Inne haltet, um euch die Torte als Ganzes anzuschauen. Schließlich sieht der Beschenkte am Ende ja auch die ganze Torte.

Ausstecher, Veiner, Fondant, Motivtorten, Prägen, Dekorieren

10. Endlich geschafft! Und nun?

Die Torte ist fertig dekoriert und ihr stolz wie Bolle. Und nun? Die Torte wird vielleicht erst am nächsten Tag gebraucht und ihr müsst sie nun ordentlich lagern.
Torten, die mit Fondant dekoriert sind, sollten, wenn es sich vermeiden lässt, nicht in den Kühlschrank. Die dort vorherrschende Feuchtigkeit weicht den Fondant auf und lässt eure harte Arbeit einfach davon schmelzen.
Am besten lagert ihr die Torte an einem kühlen, trockenen, möglichst abgedunkelten Ort.
Sollte es doch mal nötig sein, die Torte im Kühlschrank zu lagern – z.B. weil es August und draußen 37°C warm ist – dann geht ihr wie folgt vor:
Stellt sicher, dass keine offenen Lebensmittel im Kühlschrank sind, die Gerüche oder Feuchtigkeit abgeben können. Vor allem Sachen wie Quark, Frischkäse und ähnliches sollten luftdicht verschlossen sein. Schnappt euch einen Kochbeutel oder eine Tasse mit Reis. Bei einem Kochbeutel müsst ihr an einer Stelle die Folie etwas öffnen. Der Reis kommt jetzt in den Kühlschrank. Er muss nicht direkt neben der Torte platziert werden, er soll lediglich die Luft im Kühlschrank entfeuchten. Jetzt kann die Torte dazu.
Vergesst bitte nicht, denn Reis am Ende zu entsorgen, da er zum Genuss nicht mehr geeignet ist.

So weit so gut!
Weil ich noch nach Link-Tipps und Tipps für Online-Shops gefragt wurde, möchte ich euch gerne auf meine Link-Tipps, die ihr auch oben im Register findet, hinweisen.
Wer aus dem Kreis Esslingen /Stuttgart kommt und sich gerne persönlich beraten lassen will, den schicke ich liebend gerne zu meiner Freundin Jasmin in ihr wunderschönes Lädchen „Bake a Wish„.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch ein bisschen weiter und sorgen für noch mehr Spaß beim Torten dekorieren!

Süße Grüße,
Jessi

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2 Gedanken zu „Meine 10 persönlichen Tipps & Tricks für euer Fondant-Törtchen

  1. Annkathrin

    Hey Jessi,

    vielen Dank noch mal für das wunderbare Handout. Das und eure Erklärungen am Foodbloggercamp haben mir den Einstieg in Fondant doch schwer erleichtert.

    Ich plane schon fleißig die ersten Torten und werde dich sicher noch mit der ein oder anderen Frage löchern 😉

    Bis hoffentlich bald und liebe Grüße

    Annkathrin

    Antwort
  2. robbylicious

    Wow – das ist mal eine Liste an Tipps – Dankeschön – ich will/muss demnächst meine erste Fondant-Torte machen – da kommt mir dein Beitrag wie gerufen.
    Grüßle
    Robby(licious)

    Antwort

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